Palladium

Palladium

Palladium ist ein weißes, leichtes Platinnebenmetall. Seinen Namen – nach dem Asteroiden Pallas – erhielt es 1803 vom Arzt und Chemiker Wollaston. Es ist sehr weich, zäh und kann sehr gut mit anderen Metallen legiert werden. Im Schmuckbereich ist es vor allem in unseren Breiten als entfärbendes Zusatzmetall bei Weißgoldlegierungen im Einsatz. In den USA ist es als eigenständiges Schmuckmetall in Form von Legierungen sehr beliebt.

Bild oben: Herz aus Palladium 500 (Anhänger in Arbeit)

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Geschichte

Der Physiker, Arzt und Chemiker William Hyde Wollaston (6.8.1766 – 22.12.1828) erkannte 1803 Palladium im Rest der Lösung, die er mit Platin und Königswasser herstellte. Den Namen hat es von dem (damals kleinen Planeten) Asterioden Pallas erhalten, der kurz zuvor vom Arzt und Astronom Heinrich Wilhelm Olbers entdeckt worden war.

Erst 2010 erhielten drei Forscher (der US-Amerikaner Richard F. Heck und die beiden Japaner Ei-ichi Negishi und Akira Suzuki) den Nobelpreis in Chemie für die Entwicklung einer „Palladium-katalysierte Kreuzkupplung in der organischen Synthese“. Dieses Verfahren wird z. B. bei der Herstellung einiger Medikamente angewandt. Palladium spielt hier die tragende Rolle.

Ohrschmuck Brillanten Palladium 950
Palladium 950, Ohrschmuck mit Brillanten

Vorkommen

Alle Länder, die Gold, Platin, Silber, Kupfer und Nickel gewinnen, sind auch Palladium-Produzenten. Hier wird es als Nebenprodukt bei der Raffination der genannten Metalle gewonnen. Palladium kommt sowohl chemisch gebunden als auch in metallischer Form (gediegen) vor.

Eigenschaften

Das Metall gehört mit Rhodium und Ruthenium zu den drei leichten Platinmetallen. Es ist nach Silber das leichteste der Edelmetalle. Palladium ist sehr weich, zäh und hat unter den Platinmetallen den niedrigsten Schmelz- und Siedepunkt. Seine Farbe ist in reinem Zustand fast so hell wie Silber.

Das Metall ist an der Luft gegen Sauerstoff sehr beständig. Aufgrund seines relativ geringen elektrochemischen Normalpotentials (0,95 V) wird es von zahlreichen Elementen und deren Verbindungen angegriffen. So beispielsweise bei erhöhter Temperatur von Schwefel, Fluor, Selen und Chlor.

Eine Besonderheit ist, dass Palladium als Palladiummohr (schwarzes Palladium in Form von Pulver) bis zum 3.000 fachen seines eigenen Volumens an Wasserstoff aufnehmen kann.

Verwendung

Das Material selbst ist als Schmuckmetall im Vergleich zu Gold und Silber noch relativ jung. Für den englischen König Georg IV. wurde 1826 eine Zeremonien-Kette aus Feinpalladium hergestellt. Um die Jahrhundertwende war dieses Edelmetall extrem teuer, weshalb man das damals billigere Platin bevorzugte.

Bis heute konnte sich – abgesehen von sehr hochwertigen Einzelstücken, kleinerer Serien und in Form von Trauringen – in Deutschland das Edelmetall nicht als Schmuckmetall durchsetzten. So findet es hier vorrangig als Legierungspartner von Platin und Gold Verwendung. Es ist heute bei der Herstellung von Weißgold der wichtigste Legierungszusatz – neben dem Silber und dem Kupfer.

In meiner Goldschmiede arbeite ich gern mit den feinen Kontrasten, die das helle Silber mit dem Palladium bildet.

Außerhalb der Schmuckbranche findet es breite Verwendung in der Zahnmedizin, Elektrotechnik und als Ersatz für Platin als Katalysator in Abgassystemen.

Vergleich Palladium 500 und Silber 925
Vergleich: oben Silber 925, unten Palldium 500

Physikalische Eigenschaften von Palladium

Eigenschaft Wert Eigenschaft Wert
Bruchdehnung 25 Farbe Weiß
Chem. Zeichen Pd Dichte 12,0 g/cm³
Schmelzpunkt 1.557 °C Siedepunkt 3.170 °C
Härte n. Brinell 47 Ritzhärte (n. Mohs) 4,8